René Weiler will Erfolg. Er möchte das Maximum erreichen. Für den FC Aarau. Und für sich selbst. Er ist ein Perfektionist, legt Wert auf Details, pflegt sie entsprechend, ja er ist sogar besessen davon. Weiler will nach oben. «Der Ehrgeiz», sagt er, «ist die wichtigste Triebfeder – auf allen Ebenen.» Fussball ist für ihn Herausforderung, Taktik, Freude und Leidenschaft zugleich. «Entscheidend ist», fügt der 38-Jährige hinzu, «dass in einem Spiel Tore erzielt und nicht Tore verhindert werden. Ich möchte schönen, kreativen Fussball sehen. Die Zuschauer wollen Spektakel.»
Dynamik im Brügglifeld
Fussball soll also Spass machen. Logisch, dass sich Weiler von den FCA-Vereinsverantwortlichen im Hinblick auf die Rückrunde Verstärkungen im Sturm gewünscht hat. Die Geduld des Trainers wurde auf eine harte Probe gestellt. Nun aber zählen mit Pascal Schürpf vom FC Basel und mit Nico Siegrist vom FC Luzern zwei neue Offensivspieler zum Kader. Und für den zum FC Zürich transferierten Loris Benito wurde mit Daniel Fanger ein solider Defensivspieler verpflichtet.
www.aargauerzeitung.ch bietet neu einen Liveticker zu den Spielen des FC Aaraus an. Los geht es mit dem Spiel gegen Vaduz.
Bei diesen Aktivitäten wird man das Gefühl nicht los, dass der FC Aarau ein Konzept verfolgt und zielgerichtet arbeitet. Bei der grauen Maus vom Brügglifeld ist eine gewisse Dynamik, ja sogar ein Anflug von Power spürbar. Und zwar auf und neben dem Spielfeld. Das war nicht immer so.
Da stellt sich doch glatt die Frage, wer beim FC Aarau der starke Mann ist. Gibt es den Patron beim Verein vom Brügglifeld überhaupt? Nein. Die Verantwortung liegt auf vielen Schultern. Präsident Alfred Schmid ist und bleibt im Hintergrund. Der Unternehmer aus Gränichen will nicht Selbstdarsteller sein und tritt nur dann auf die Bühne, wenn Probleme, Schulden oder Altlasten auftauchen. Und was ist mit Vize Roger Geissberger, der wohl früher oder später die Nachfolge von Schmid antreten wird? Seine positive Art und das hin und wieder überschäumende Temperament tun dem FC Aarau gut.
Nicht vergessen darf man Sport-Koordinator Urs Bachmann. Er ist im Fussball zwar ein Quereinsteiger, setzt sich jedoch je länger, je mehr gekonnt in Szene. Fehltransfers unter seiner Führung gab es zuletzt keine. Bachmann hat sich dank seiner seriösen Arbeitsweise einen Namen gemacht und pflegt mit Grossklubs wie Basel, Luzern, YB, FC Zürich und GC gute Kontakte. So ist es möglich, von diesen Vereinen talentierte Leihspieler zu übernehmen. Eine wichtige Rolle spielt FCA-Sportausschuss-Mitglied und Spielerberater Fredy Strasser. An ihm kommt im Aargauer Fussball keiner vorbei.
Heikles Startprogramm
Ob der FC Aarau das Mauerblümchendasein endgültig ablegen kann, wird die Zukunft zeigen. Vor dem Bau des neuen Stadions liegt die Wahrheit einzig und allein auf dem Platz. Und da wartet mit den Spitzenklubs Vaduz und Lugano und dem abstiegsgefährdeten Kantonsrivalen FC Wohlen ein heikles Startprogramm. Bachmann gibt sich trotzdem zuversichtlich und sagt: «Wir haben Rang zwei im Visier.» Warum eigentlich nicht?